Kann man ein 24-Stunden Rennen unterschätzen? Ja – man kann!
Großartiger Rennsport, begeisterte – hier passt der Ausdruck – Schlachtenbummler, eine abwechslungsreiche Rennstrecke und eine wirklich lokal vernetzte Veranstaltung – all das bietet das 24-Stunden Radrennen in Kelheim. Felix Tutsch vom Tri-Team SSV Ettlingen wagte sich zum ersten Mal an diese Herausforderung und zu einem Ausflug zu den Radspezialisten. Anreise am Vortag, Übernachtung im Tri-Team Pavillon in einem der „Fahrerlager“, die die Stadt Kelheim auf Parkplätzen mit Sanitäranlagen einrichtet, und dann am Samstag, 11.07.2026 um 14.00 der Start zu gleich mehreren Rennen. Vorne wird scharf gefahren, die Mehrzahl der Teilnehmer sind 5er Staffeln (auch als Mixed-Kategorien), die sich 24 Stunden lang in Windschattengruppen ein echtes (auch taktisches) Rennen liefern auch dem 16,5 km langen Rundkurs mit 175 HM oder auf dem Kopfsteinpflaster mit der Durchfahrung des 500 Menschen fassenden Bierzelts auf dem Rathausplatz in Kelheim, dem absoluten Hotspot der Strecke. Daneben kämpfen etwa 300 Fahrer in der 24-h Wertung darum, möglich viele Runden zu absolvieren, dabei ist es jedem selbst überlassen, ob oder wie lange geschlafen und wie sich ernährt wird, das ist alles selbst zu organisieren.
Beim Start in brütender Hitze ging das Rennen 12 Stunden gut, um 2 Uhr nachts verabschiedete sich Felix dann kurz zu einem kurzen Schlaf von 35 Minuten auf einem Feldbett (Danke, Rafcio!). Mit langem Trikot und neogelber Warnweste ging es dann wieder in die kalte Nacht. Dann allerdings spielte die Ernährung nicht mehr mit, der Magen wollte keinen weiteren Zucker aufnehmen, Kaffee hat gefehlt und mit 2 betonharten Seelen vom Vortag kommt man nicht mehr schnell weiter. Obwohl es dann nach nur drei weiteren Nachtrunden schon wieder hell wurde, die Rundenzeiten blieben langsam und der Puls wollte nicht mehr hoch, dazu kamen die immer größer werdenden Geschwindigkeitsunterschiede, wenn die Gruppen vorbeirasten, ein Mitfahren war jetzt im Unterschied zum Rennbeginn nicht mehr möglich. So entschied ich mich, das Rennen nach 441 km und 16 gefahrenen Stunden zu beenden. Der 16. Platz bei 139 Einzelstartern ist solide, aber nächstes Jahr auszubauen! Man kann jetzt die „vernünftige Entscheidung“ loben (ich war allein unterwegs, der Pavillon muss abgebaut werden, dann kommen 4 Stunden Autofahrt nach Hause, und man ist schon etwas müde nach der schlechten Nacht vor dem Rennen und dem schlaflosen Renntag, vor allem die Augen wollen sich ausruhen), oder man kann den Leichtsinn und die in vielen Details schlampige Planung bemängeln (notwendig sind: abwechslungsreichere Ernährung, mehr Säure, mehr Eiweiß, Kaffee, auch etwas mehr Ruhepausen, und muss man wirklich am Vortag im Zelt auf einem Parkplatz pennen?), schlicht dumm war es, im Rennen sich nicht über die Platzierung zu informieren, beim Ausstieg lag ich auf Rand 5.
Also werde ich dieses Rennen als Einzelstarter noch einmal probieren im nächsten Jahr. Anmeldung ist im Januar. Kommt jemand mit (Einzel oder Staffel)?

